Höhere Berufsbildung – finanzielle Hürden kaum mehr Argument

14.11.2018

Nebst dem Mangel an Lernenden spitzt sich gerade in unserem Sektor speziell derjenige beim Kadernachwuchs immer mehr zu.

Grobe Schätzungen gehen mittelfristig von einem mittleren Bedarf von 20 bis 25 neuen Metzgermeistern und einem Mehrfachen an Bereichsleitern pro Jahr aus; die entsprechenden Prüfungen, d. h. die Höhere Fachprüfung (HFP) bzw. die Berufsprüfung (BP) werden im Durchschnitt der letzten Jahre jedoch nur von 2 bis 3 Per­sonen auf Stufe Meister bzw. rund 10 Personen auf Stufe Betriebsleiter abgelegt. Damit wird klar, dass sich der eigentliche Bedarf an Kadernachwuchs schon heute nicht mehr ausreichend abdecken lässt!

Diese dramatische Situation hat den SFF schon vor einiger Zeit dazu veranlasst, die Hürden bei der Finanzierung der doch hohen Kurskosten möglichst abzubauen. Konkret bedeutet dies einen von den Abgeordneten soeben erhöhten Unterstützungs­beitrag von 5000 Franken nach abgeschlossener Prüfung sowie die Möglichkeit von zinslosen Darlehen z. B. bei Liquiditätsengpässen. In dieselbe Bresche ist erfreulicherweise nun auch die Hermann-Herzer-Stiftung gesprungen, die neu die BP- und HFP-Kandidat/innen mit max. 5000 Franken pro Jahr bzw. insgesamt max. 10 000 Franken zusätzlich unterstützt! Überdies hat der Bund auf dieses Jahr hin in der höheren Berufsbildung einen Wechsel von der objekt- hin zur subjektorientierten Finanzierung beschlossen, wonach nach erfolgter Prüfung auch Bundesbeiträge von bis zu 40% der gesamten Kurskosten ausgelöst werden können. Berücksichtigt man all die vorgenannten Aspekte, dann wird rasch einmal klar, dass sich die eigentlichen Kurs- und Prüfungskosten nurmehr nahezu fremdfinanzieren lassen! Gerade dieser Aspekt muss in jedem Betrieb nun zwingend Anlass dazu sein, sich zu überlegen, welche Mitarbeitenden sich für die höhere Berufs­bildung eignen und diese dann dazu zu animieren bzw. auch vom Betrieb her aktiv zu unterstützen! 

Der Sache dienlich ist ebenso, wenn schon auf Stufe der Lernenden die Möglichkeit der Berufsmaturität ins Auge gefasst wird. Mit all den genannten Massnahmen sollte es nun möglich sein, die schwierige Situation doch noch zum Guten zu wenden; dazu braucht es aber ausnahmslos den aktiven Support von Ihnen allen!

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF
 
 
 
 
 

Schweizer Fleisch-Fachverband SFF · Sihlquai 255 · Postfach 1977 · 8031 Zürich · Tel. +41 (0)44 250 70 60 · Fax +41 (0)44 250 70 61 · info(at)sff.ch

Swiss Meat People
mefa