Einzelne lernen es trotz möglicher Analysen wohl nie!

11.07.2018

Anfang Monat wurden im Rahmen der Radiosendung «On en parle» bzw. in der «Tagesschau» des West­schweizer Fernsehens die Untersuchungsergebnisse von 15 Merguez-Würsten im Hinblick auf deren Fremdfleischanteil wie auch einzelner Nährstoffgehalte vorgestellt.

Bei letzteren wurden mehrere Muster aufgrund deren Gehalte an Fett, Bindegewebseiweiss und Salz als unbefriedigend beurteilt, wobei die genaue Art der Bewertung im Verborgenen blieb. Hierzu gilt es anzumerken, dass Merguez einer Brühwurst traditionellerweise mit Lamm- und Rindfleisch entspricht, was auch der Deklaration sämtlicher Muster entsprach.
In vier Proben wurden auch Fremdfleischanteile bis 1,9% nachgewiesen, die entweder unter dem vom kantonalen Vollzug für technologische Verunreinigungen festgelegten Wert von 1% lagen oder auf eine zu wenig genaue Arbeitsweise, keinesfalls aber auf eine vorsätzliche Täuschungsabsicht hinweisen. Bei zwei weiteren Proben sieht dies mutmasslich anders aus, wurden doch 16,9% Pferde- bzw. 43,2% Schweinefleisch ohne entsprechende Deklaration festgestellt! Unter Berücksichtigung der Unschuldsvermutung muss in beiden Fällen wohl von einer vorsätzlichen Täuschung bzw. gar von Betrug ausgegangen werden. Im einen Fall handelt es sich um ein Nicht-Mitglied im Jura, im anderen um ein SFF-Mitglied, das die Metzgerei vor kurzer Zeit mitsamt den Waren von seinem Vorgänger übernommen hat. In diesem Falle, konkret der Boucherie Hérensia Pitteloud in Sion, war der neue Betriebsinhaber nicht Täter, sondern Opfer.
Sowohl das Verhalten seines Vorgängers wie auch das der erstgenannten Metzgerei sind absolut verwerflich und inakzeptabel. Für solche Fälle käme verbandsintern die SFF-Charta ins Spiel, die einerseits die grosse Mehrheit der einwandfrei arbeitenden Mitgliedsbetriebe schützen und andererseits die Möglichkeit schaffen soll, schwarze Schafe in aller Härte zu sanktionieren. In beiden der vorliegenden Fälle – und das sei an dieser Stelle für potenzielle, hoffentlich gar nicht existierende Nachahmer ausdrücklich festgehalten – wäre wohl ein sofortiger, durch den Hauptvorstand zu beschliessender Verbandsausschluss die einzig richtige Konsequenz. Dazu kommt es aufgrund der vorgenannten Konstellationen jedoch nicht, obwohl der unberechtigte Vertrauensverlust für die gesamte Fleischbranche nun leider dennoch da ist!

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Elias Welti, Leiter Kommunikation und stv. Direktor SFF
 
 
 
 
 

Schweizer Fleisch-Fachverband SFF · Sihlquai 255 · Postfach 1977 · 8031 Zürich · Tel. +41 (0)44 250 70 60 · Fax +41 (0)44 250 70 61 · info(at)sff.ch

Swiss Meat People
mefa