GAV – Dynamik auf unterschiedlichen Ebenen

07.02.2018

Der vom Bundesrat als allgemeinverbindlich erklärte Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für das schweizerische Metzgereigewerbe stellt schon seit jeher ein zentrales Element der Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgeberschaft (vertreten durch den SFF) sowie Arbeitnehmerschaft (vertreten durch den Metzgerei-Personalverband der Schweiz, MPV) dar.

Zweck des GAV ist vor allem die Wahrung des Arbeitsfriedens, die Definition von arbeitsrechtlichen Mindeststandards sowie die Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen, bedingt durch ungleich lange Spiesse bei den Anstellungsbedingungen. Für seine Einhaltung ist von Gesetzes wegen die sogenannte Paritätische Kommission zuständig, die sich für den Metzger-GAV aus je drei Vertretern von SFF und MPV zusammensetzt. Dieses Gremium nimmt seine Aufgabe unter anderem auf der Basis von in seinem Namen durchgeführten Betriebskontrollen bei SFF-Mitgliedern und Nichtmitgliedern wahr, was bei Missachtung des GAV durchaus zu teils hohen Konventionalstrafen führen kann. Gerade in letzter Zeit hat sich die Paritätische Kommission auch mit verschiedenen Abgrenzungsfragen zu befassen, sei dies in Bezug auf Überschneidungen mit anderen Branchen, aber auch kantonalen Regelungen.
Der aktuelle GAV war ursprünglich bis Ende 2017 befristet, wurde aber im Einvernehmen zwischen SFF und MPV um ein weiteres Jahr, d. h. bis Ende 2018, verlängert. Damit wird klar, dass ab 2019 ein neuer GAV vonnöten sein wird, was Neuverhandlungen bedingt. Mit dem Ausarbeiten und dem Austausch der jeweiligen Verhandlungspositionen sind diese soeben angelaufen mit dem äusserst sportlichen Ziel, sie über mehrere Verhandlungsrunden hinweg noch vor Ende März abzuschliessen. Dieser enge Zeitplan ist nötig, damit die zuständigen Verbandsgremien über das Verhandlungsergebnis abschliessend befinden können und dieses frühzeitig dem Bundesrat mit dem Antrag um Allgemeinverbindlicherklärung vorgelegt werden kann. Wenngleich in der Sache wohl harte Verhandlungen mit unserem Sozialpartner, dem MPV, anstehen, so ist es wichtig, dass diese in gegenseitigem Respekt und mit Blick auf die gemeinsamen Brancheninteressen erfolgen. Dabei dürfte allseits klar sein, dass eine einseitige Maximierung nicht zielführend ist und das Verhandlungsergebnis weder für die eine oder noch die andere Seite existenzielle Folgen haben darf.

Ruedi Hadorn, SFF-Direktor

 
 
 
 
Ruedi Hadorn, SFF-Direktor
 
 
 
 
 

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